4 Min | Perspektiven

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17 Lösungen für die grössten Herausforderungen der Welt

Im Jahr 2019 rückte ein globales Problem – der Klimawandel – in den Mittelpunkt des Interesses. Aktivisten wie die oben abgebildete Greta Thunberg stiessen auf gewaltige Resonanz und lösten eine weltweite Protestwelle aus. Im Jahr 2020, in dem der UN-Klimagipfel in Glasgow ansteht, dürfte das Thema immer noch weit oben auf der globalen Agenda stehen.

Auch wenn es beim Thema Klimawandel viele Überschneidungen mit den Bemühungen der Vereinten Nationen um eine nachhaltigere Zukunft für die Welt gibt, decken die 17 Nachhaltigkeitsziele der Organisation ein breiteres Spektrum sozialer und umweltbezogener Themen ab.

Zum besseren Verständnis der Funktion der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen müssen wir einen Blick zurück ins Jahr 2000 werfen, als sich führende Politiker aus aller Welt auf die Umsetzung von acht Zielen – den Millenniumsentwicklungszielen – einigten, mit denen extremer Armut ein Ende gesetzt werden sollte.

In den folgenden 15 Jahren wurde mit der Mobilisierung von Regierungen, Unternehmen, internationalen Einrichtungen und örtlichen Nicht-Regierungsorganisationen unter Beweis gestellt, dass gemeinsames globales Handeln einen wesentlichen Unterschied ausmachen kann. So wurden unter anderem extreme Armut und Kindersterblichkeit halbiert, zwei Milliarden mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen und 43 Millionen mehr Kindern Zugang zu Bildung verschafft – und dies sind nur einige der bemerkenswerten Ergebnisse.

Obwohl dies wahrscheinlich die erfolgreichste Kampagne zur Armutsbekämpfung aller Zeiten gewesen war, war die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele dennoch in einigen Punkten lückenhaft. Verschiedene Bewertungen ihres Erfolgs ergaben wiederholt, dass die Allerärmsten – und aufgrund ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Behinderung oder ethnischen Zugehörigkeit Benachteiligte – oftmals nicht bei den Initiativen berücksichtigt wurden.

2015 mussten noch schätzungsweise 700 Millionen Menschen von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag leben. Gleichzeitig intensivierte sich die globale Klimakrise.

Eine globale Aufgabenliste

Als Reaktion auf diese miteinander verwobenen und komplexen Umwelt- und Sozialprobleme wurden die Millieniumsentwicklungsziele 2016 durch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ersetzt. Diese 17 Ziele sollten einen Weg zur globalen nachhaltigen Entwicklung anbahnen: In ihrer Gesamtheit würden dadurch Ungleichheiten abgebaut, die extreme Armut endgültig beseitigt und schliesslich auch die Umwelt geschützt.

In diesem Jahr wurde bei der UN-Vertragsstaatenkonferenz das Pariser Abkommen unterzeichnet, in der Absicht, die globale Reaktion auf den drohenden Klimawandel zu stärken. Man hatte sich zum Ziel gesetzt, den globalen Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert auf weniger als zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

2016 wurde durch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und das Pariser Abkommen eine globale „Aufgabenliste“ mit den erforderlichen gemeinschaftlichen Massnahmen geschaffen.

Der Preis des Erfolgs 

Das erforderliche Kapital für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der UN wird auf 5–7 Billionen US-Dollar veranschlagt. Ausserdem sind schätzungsweise insgesamt 120 Billionen US-Dollar zur Finanzierung der weltweiten Energiewende erforderlich. (Diese wird als wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung des Klimawandels erachtet.) Mit einem jährlichen Beitrag von nur einer Billion US-Dollar aus staatlichen Quellen ist es Sache der Anleger, die klaffende Finanzierungslücke zu schliessen.

Die Anerkennung der entscheidenden Rolle, die die Kapitalmärkte für den Erfolg spielen, macht den Unterschied zwischen den früheren und den heutigen Plänen der UN für eine nachhaltige Entwicklung aus.

In der Vorausschau auf die Jahre 2030 und 2050 stellt sich die Frage, wie wir Kapital einsetzen können, damit, wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, „unsere Generation möglicherweise die erste sein kann, die der Armut ein Ende setzt – und die letzte, die etwas gegen den Klimawandel unternimmt, bevor es zu spät ist“.

Welche Elemente der UN-Nachhaltigkeitsziele sind „anlagetauglich“?

Da die privaten Märkte einen grossen Teil des benötigten Kapitals stellen müssen, ist es wichtig zu wissen, welche Elemente der nachhaltigen Entwicklung „anlagetauglich“ sind. Anders ausgedrückt: In was können wir investieren, um zwei Erträge zu bekommen: sowohl ein akzeptables finanzielles als auch ein messbares soziales oder umweltbezogenes Ergebnis?

Für jedes der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN gibt es eigene Vorgaben und Erfolgsindikatoren. Schätzungen zufolge können weniger als die Hälfte der zugrunde liegenden 167 Zielvorgaben durch Investitionen gefördert werden. Daher bieten die Nachhaltigkeitsziele der UN zwar einen Rahmen für die Kapitalallokation, doch der Erfolg hängt letzten Endes von anhaltenden gemeinsamen Massnahmen von Unternehmen, Regierungen, Philanthropen und sonstigen Akteuren ab.

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Wechselwirkung zwischen den Zielen

Eine weitere Komplikation besteht darin, dass die Ziele sowohl auf positive als auch negative Weise miteinander verknüpft sind. Eine positive Entwicklung bei einem Ziel kann andere Ziele voranbringen. So hat zum Beispiel die Verbesserung landwirtschaftlicher Praktiken, die eine Grundvoraussetzung für das Erreichen von Nachhaltigkeitsziel 2 (kein Hunger mehr) ist, positive Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsziel 15 (Leben an Land), das unter anderem ein Ende der Entwaldung zum Ziel hat.

Leider ist auch das Gegenteil der Fall, und einzelne Ziele können einander negativ beeinflussen.

Der in Nachhaltigkeitsziel 13 enthaltene Klimawandel hat nachteilige Auswirkungen auf jedes Ziel von der Lebensmittelsicherheit (Nachhaltigkeitsziel 2) über Wassersicherheit (Nachhaltigkeitsziel 6) oder die negativen Auswirkungen der Übersäuerung der Ozeane auf Meeresfauna und -flora (Nachhaltigkeitsziel 14).

Wir können nicht darauf hoffen, Nachhaltigkeitsziel 1 (keine Armut) zu erreichen, wenn wir nicht unverzüglich Massnahmen zur Begrenzung der globalen Erwärmung ergreifen. Die Mehrheit der Weltbevölkerung, die den Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt ist, lebt oftmals in extremer Armut. Ihre anhaltende Mangelsituation wird durch ihre Anfälligkeit für Naturkatastrophen verschlimmert, durch welche die Armut zusätzlich verschärft wird.

Für den Zeitraum von 1998 bis 2017 wurden die wirtschaftlichen Kosten von Katastrophen (von denen 77 % auf den Klimawandel zurückzuführen waren) auf 3 Billionen US-Dollar veranschlagt. Die sozialen Kosten waren ebenfalls erschreckend. Über 90 % der international gemeldeten Todesfälle durch Katastrophenereignisse entfielen auf Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.

Es gibt noch ungeheuer viel zu tun, aber auch eine Reihe von Anlagegelegenheiten in Verbindung mit Nachhaltigkeitsziel 13, dem wahrscheinlich wichtigsten aller UN-Nachhaltigkeitsziele.

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